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GPS-Navigation

Rund ums Rad

NavGear 4in1-GPS-Logger "StarHiker65" mit Standort-Finder & Navigation

Fahrradtouren und mehr
aufzeichnen für wenig Geld
Getestet auf einer Radtour von Hannover nach Stuttgart

„4in1-GPS-Maus“ hat uns die Firma Pearl für einen Test zur Verfügung gestellt. Die Produktwerbung verspricht: „Einfach Route aufzeichnen und zuhause nachverfolgen!“ FE-Autor und Tourenradler Dieter Hurcks hat das knapp 70 Euro preiswerte „GPS-Komplettgerät für jede Reise“ auf einer Radtour von Hannover nach Stuttgart ausgiebig getestet.



Drei LEDs signalisieren den Betriebszustand, Das Rädchen unten: DiePfeile zeigen bei der Ortsfindung die Himmelsrichtung zum Ziel an.

„Der StarHiker 65 ist ein echtes Multitalent im Umgang mit Geodaten! Dabei ist er so klein wie ein Feuerzeug und passt in jede Tasche.“ Die zweite Feststellung stimmt einwandfrei, die erste wollte ich in der Praxis bei einer mehrstündigen Radtour überprüfen. Denn manchmal ist es hilfreich, wenn man eine spontan gefahrene Route einem anderen empfehlen und gar die Daten weitergeben kann. Dieser „andere“ soll sie dann „in Programmen wie Google Earth nachverfolgen“ können.Außerdem soll „der clevere Standortfinder“ in der Fremde eine riesige Hilfe sein und den Anwender zu einem eingespeicherten Standort zurückführen. „Egal ob Großstadt oder Waldparkplatz, ob Tourist oder Outdoor-Sportler: Das Gerät merkt sich auf Knopfdruck Ihr Hotel oder wo Sie Ihr Auto geparkt haben. So können Sie sorglos auf Entdeckungstour gehen: Ihr zuverlässiger Begleiter führt Sie sicher zurück!“

Ein weiterer Nutzen des kleinen Kästchens besteht darin, Urlaubsfotos „im Handumdrehen zu Hause mit satellitengenauen Positionsdaten“ zu versehen. Wie das funktioniert, wird allerdings nur in der englischsprachigen Anleitung auf CD erklärt.
Die Software gleicht dazu die Uhrzeit der Aufnahme mit der Route ab und ordnet dann den Fotos die jeweilige Position zu. Einfach, aber genial. Der NavGear bezieht seine Uhrzeit vom Satelliten. Diese muss natürlich mit der der Fotokamera übereinstimmen, damit es funktioniert. Sollte es eine Zeitdifferenz geben, kann diese nachträglich ausgeglichen werden. Fotos können anschließend direkt beim Bildportal Flickr veröffentlicht und in Google Earth importiert werden.



Der Schieber ist das einzige Bedienelement am StarHiker65.

Mit Hilfe des StarHiker soll es sogar möglich sein, gemeinsam mit Handy oder PDA zu navigieren: Die 4in1 GPS-Maus verbindet sich dazu drahtlos über Bluetooth mit einem Smartphone oder Notebook. „Dank NMEA-Protokoll ist der GPS-Empfänger mit allen führenden Navigations-Programmen voll kompatibel“, verspricht der Anbieter. Allerdings verlangt mein Smartphone den Blutooth-Code des NavGear. Nur kann ich einen solchen nirgends finden. Nach Rückfrage bei Pearl wurde mir der Code ab Werk mitgeteilt: 0000.

Schau´n wir mal, würde Kaiser Franz jetzt sagen. Ich schaue mir das kleine Kästchen genauer an. Es besitzt oben einen schwergängigen Schiebeschalter und auf der Vorderseite drei LEDs: blau für Bluetoth (zugleich Zielanzeige), rot für den Akkuladezustand/Betriebsanzeige, gelb für die GPS-Satellitenverbindung. Blinkt selbige, wurde die aktuelle Position per GPS gefunden. Darunter sieht man die Richtungsanzeige mit der „Einstellungs-Taste“ in der Mitte. Nun also frisch ans Werk!

Die GPS-Maus vor der Google-Maps-Karte auf dem Monitor

Praxis-Test
Zunächst muss per Schalter zwischen „Local Finder“ und „Data Logger“ gewählt werden. LF führt zu einem (vorher gespeicherten) Ziel, LF zeichnet eine Route auf. Damit das Gerät richtig funktioniert, muss es zumindest beim Finden eines Ortes so angebracht bzw. gehalten werden, dass die Richtungsanzeige zum Anwender zeigt. Darauf ist also auch zu achten, wenn man das Gerät am Fahrradlenker befestigt. Eine passende Halterung für ein so kleines Gerät habe ich bislang im Handel noch nicht gefunden.

Leider ist die gedruckte Bedienungsanleitung ein wenig dürftig, eine ausführlichere in Englisch befindet sich auf der CD. Das Min-Manual beschreibt lediglich, was man machen kann, verschweigt aber zunächst, wie es geht. So bleibt nur Probieren.
Immerhin erfährt man auf Seite 12, dass ein Ziel, zu dem geführt werden soll, über die auf CD mitgelieferte Software namens GPS Photo Tagger eingegeben werden kann. Also installiere ich diese nun. Laut Handbuch startet die Installation automatisch, tut sie aber nicht. Aber als erfahrener Anwender weiß man ja, dass man nur die exe-Datei ausführen muss. Danach wird das System gescannt, was eine ganze Weile dauert. Abschließend muss der PC neu gestartet werden.

GPS Photo Tagger
Nach dem Neustart des PCs wird die GPS-Maus per mitgeliefertem USB-Kabel mit dem Notebook verbunden. Die rote Lade-LED leuchtet und zeigt, dass der Akku der Maus nun aufgeladen wird. Der Versuch einer Softwareaktualisierung scheitert, weil die Download-Datei trotz bestehender Internetverbindung nicht gefunden wird.
Nun versuche ich, eine zuvor bereits ohne jegliche Vorkenntnisse aufgezeichnete Route in den PC einzulesen. Dazu muss zunächst der 28-stellige (!!!) Produktschlüssel eingegeben werden, mehrfach unterbrochen von Aktualisierungsanfragen des Programms Google Map, das für die Kartendarstellung zuständig ist. Danach muss ich auf ein Schaltfeld klicken, um PC und Data Logger zu verbinden. Ergebnis: „Ein Fehler trat auf bei der Verbindung zum GPS-Modul“. Lösung: Der NavGear muss eingeschaltet sein! Der Schalter lässt sich allerdings anfangs nur mit großem Kraftaufwand betätigen, was sich bei häufigem Gebrauch jedoch "abschleift".

Beim nächsten Versuch klappt es dann tatsächlich und meine aufgezeichnete Route erscheint in Google Maps, wahlweise entweder auf der Karte, in der Satellitenaufnahme oder auf dem Gelände. Super! Die Route lässt sich sogar als HTML-Seite oder als Datei in mehreren Formaten exportieren, u.a. als „Google Earth KMZ File“. Allerdings muss man für den HTML-Export eine API von Google Maps haben, was aber kein Problem ist. Nachdem man ein Google-Konto eingerichtet hat, geht man einfach auf den automatisch erscheinenenden Link, gibt die URL ein, für die die API gelten soll und bekommt einen riesenlangen Code. Den kopiert man nun in das vom GPS-Programm geöffnete Eingabefeld. Fertig!

Dieselbe API kann man nun für alle Routen dieser URL (Homepage) verwenden. Ich habe mir den Code einfach auf eine Word-Seite kopiert, so dass ich ihn, wenn ich ihn wieder benötige (bei jeder neuen Route), von dort schnell "abholen" kann.

Nach einer Tour hat man viele Fotos, deren Aufnahmeort sich künftig in Google Maps anzeigen lassen kann. Problem: Der Track und die Fotos müssen zeitlich synchronisiert werden, sonst verschiebt sich der Aufnahmeort. Dazu gibt es in der Software einen Menüpunkt (Uhr-Symbol). Bevor man diesen nutzt, sollte man jedoch seine Bilddateien in der Auflösung reduzieren (300 Pixel Breite reichen) und in einen eigenen Ordner kopieren. Denn sonst verändert der GPS Photo-Tagger das Datum der Originaldatei!

Fazit: ein kleiner, wirklich nützlicher Helfer für alle, die ihre Touren dokumentieren und vielleicht sogar als GPS-Track anderen zugänglich machen wollen. Mein Urteil nach diesem Langzeittest: vielversprechend!

Aber noch verbesserungswürdig. So wird eine viel zu niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit angezeigt. Vermutlich wurde vergessen,von Meilen in Kilometer umzurechnen. Beispiel: Von Springe nach Hameln, entlang der Weser nach Bad Karlshafen und weiter nach Trendelburg - Durchschnitt gemessen 19,4 km/h, NavGear 13,2.
Bei den Höhenmetern werden Aufstieg und Abstieg gesamt angezeigt: 3132 m Aufstieg und 3010 m Abstieg - so viel kann das garantiert nicht gewesen sein. Die Gesamtstrecke (124,2 km) wich dagegen "nur" um 5 km von der Tachomessung ab. Der Fehler kann natürlich auch beim Tacho liegen, aber Erfahrungen mit anderen GPS-Geräten zeigen, dass diese bisweilen ungenau messen, besonders bei langen Walddurchfahrten, wo zeitweise keine Verbindung mehr zum Satelliten besteht.

Einen Eindruck vom Ergebnis bekommen Sie hier:
Radtour von Hannover nach Stuttgart auf dem Hessischen Fernradweg R4.

Direkt zur Karte, die für die
Satellitendarstellung (einfach oben rechts anklicken)optimiert ist!


Ziel gefunden

Zielführung
Nächste Aufgabe: Der StarHiker soll mich von meiner Wohnung aus zu einem nahe gelegenen Platz navigieren. Dazu gebe ich in der Software „Burgdorf Rubensplatz“ ein, klicke anschließend auf „Suchen“. Der Platz wird in der Karte angezeigt. Nun muss ich laut Anleitung einen rechts oben befindlichen blauen Ballon auf die Zielmarkierung ziehen. Anschließend auf „Als Ziel speichern“ klicken. Diese Angabe wird nun vom PC auf den eingeschalteten und per USB-Kabel verbundenen NavGear übertragen, den ich danach vom PC abkoppeln kann. Man kann logischerweise immer nur eine Zielangabe speichern, eine vorher gespeicherte wird dabei überschrieben.
So soll es klappen
Nun kann es losgehen: Beim Suchen ist die Richtungsanzeige zu beachten. Eine dauerhaft leuchtende LED besagt, dass das Ziel in der besagten Richtung liegt. Blinkt die Zielanzeige, befindet man sich 50 m vor dem Ziel. 15 m vor dem Ziel schaltet sie auf Dauerleuchten.
Also los: Schalter auf LF stellen und warten, bis die GPS-Position gefunden wurde. Wurde die Richtung zum Ziel festgestellt, was eine Zeit dauern kann, blinken zunächst alle Richtungsanzeiger auf einmal auf. Danach leuchtet nur noch jene, die in Richtung des Ziels zeigt. Dieser Richtung folge ich nun. Allerdings wird nur die Luftlinie angezeigt, es handelt es sich also nicht um eine Straßennavigation.

Eine andere Möglichkeit, den
Location Finder zu nutzen, nennt die Anleitung: Ist man unterwegs, speichert man per zweisekündigem Drücken der Einstellungstaste die aktuelle Position und kann sich später dorthin zurück führen lassen. Auch diese gespeicherte Position überschreibt eine bereits vorhandene.




Der aufgezeichnete Kurs wird auf Karten von Google Maps dargestellt
(oben) - wahlweise auch in der Satellitenansicht (Bild unten).


Darstellung in Google Earth


Fazit: Das Aufzeichnen einer Route funktionierte problemlos, sogar, wenn gleichzeitig zu einem Ziel geführt wird. Das Gerät soll in seinem Flash-Speicher bis zu 100.000 Wegpunkte einer Route ablegen können. Die Anzeige in Google Maps ist einigermaßen genau, die Darstellung sowohl auf einer Karte als auch auf der Satellitenaufnahme oder im „Gelände“ möglich. Gewisse Abweichungen müssen aufgrund der Ungenauigkeit von GPS in Kauf genommen werden.

Der Location Finder zeigt zwar lediglich die Luftlinien-Richtung zum Ziel an, was aber ausreicht, um etwa in einer fremden Stadt sein geparktes Auto wiederzufinden. Leider ist der Batteriefachdeckel sehr labil und fiel des öfteren ab. Eine Halterung für den Fahrradlenker muss man sich vermutlich selber basteln. Ich habe jedenfalls keine für so schmale Geräte gefunden. Der Akku soll laut Pearl 14 Stunden durchhalten, was für eine Tagestour locker ausreicht. Zwölf Stunden am Stück hat er bei mir schon nachweislich geschafft ...
Dieter Hurcks (im Juli 2010)



Die Farbe und Dicker der Route lassen sich frei wählen. Die Route (Track) kann auch in einem
Dateiformat exportiert werden, das ausgewachsene GPS-Geräte zu lesen vermögen.

Hier eine 45-minütige Rundtour als Excel-Datei exportiert: Rund um Burgdorf. Schön wäre es, wenn es ein Programm gäbe, dass alle Höhendiffirenzen hieraus errechnet. Kann ein Leser evt. helfen? Kontaktformular


Auf einen Blick

4in1 GPS-Maus: Universal GPS-Empfänger, Standort-Finder, Data-Logger und Photo-Tagger
Bluetooth 2.0 Class II, Bluetooth-Profil: Serial Port Profile (SPP)
GPS-Chipsatz: SkyTraq Venus 6 mit 65 Kanälen
EGNOS-/WAAS/MSAS-Erweiterung für verbesserte Genauigkeit
Empfindlichkeit: -160 dBm, positionsgenau bis auf 3 Meter
Unterstützt NMEA-kompatible Navigations-Software, z. B. NavGear, BlackBerry Maps, Destinator 6, Gate 5, Google Maps, Mapquest, Navman, Navicor, Nokia, Smart2Go, Route 66, Telenav, Yahoo2go, u. v. m.
Standard-NMEA-Protokoll (0183 V3.0): RMC, VTG, GGA, GSA, GSV
Hochleistungsakku (Lithium-Ionen): bis zu 14 Stunden Dauerbetrieb
Maße/Gewicht: 44 x 80 x 24 mm, wiegt federleichte 25 Gramm (netto)
Inklusive Software-CD, Kfz-Netzteil (12 V), USB-Lade- & Datenkabel, Trageschlaufe, Antirutsch-Matte fürs Armaturenbrett, deutsche Anleitung
Preis: 69,90 Euro
Bezug: Pearl, Best.-Nr. PX1133
Info: www.pearl.de

Alternative: Garmin eTrex H


Mehr über Funktechnik unter www.funkempfang.de


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