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Tipp fürs kraftsparende Vorwärtskommen:

Zu geringer Reifendruck
macht platt

Zu geringer Reifendruck ist eine häufige Defekt-Ursache. Der pressedienst-fahrrad erklärt, warum hoher Luftdruck so wichtig ist und wie man den idealen Druck fürs sein Rad findet.

[pd-f] Johannes Küpper vom Bonner Fahrradladen Hoenig nennt eine beindruckende Zahl: „Rund 20 Prozent der Reifendefekte sind auf zu geringen Luftdruck zurückzuführen“, schätzt der Fachmann. Ein Erfahrungswert, den Küpper an den Schadensbildern festmacht, die er in der Werkstatt zu sehen bekommt: „Viele Leute sind ganz enttäuscht, wenn man ihnen keinen Fremdkörper präsentieren kann.

Stattdessen finden wir die typischen Anzeichen eines Durchschlags“ - zwei dicht beieinanderliegende, kleine Langlöcher im Schlauch, die etwa beim Überfahren einer Bordsteinkante bei zu geringem Reifendruck entstehen. Eine weitere möglicher Defekt durch zu geringen Reifendrucks sind laut Küpper seitliche Karkassenschäden. Ein ärgerliches und teures Versäumnis, denn 15 bis 20 Euro zahlt man im Fachhandel für einen neuen Schlauch samt Montage. Und wenn die Reifenkarkasse seitlich aufgerissen ist, wird auch gleich ein neuer Pneu fällig – soll es ein guter wie der „Marathon Plus“ von Schwalbe (www.schwalbe.de) sein, entstehen zusätzliche Kosten von rund 30 Euro.


Doch größere Defektanfälligkeit und vorzeitiger Verschleiß sind nur die einzigen Folgen des Luftmangels. Semi-platte Reifen machen auch den Fahrer „platt“; sie sind wahre Krafträuber. Denn je stärker die „Walken“ genannte Verformung des Reifens ausfällt, desto mehr Energie geht für den Vortrieb verloren. Außerdem hat zu geringer Druck einen großen Einfluss auf Fahrverhalten und -sicherheit: Erst der optimale Betriebsdruck macht aus Reifen und Felge eine Einheit, ist er unzureichend, „schwimmt“ der Reifen auf der Felge und bietet ihr besonders in Kurven keinen sicheren Halt.

Die Macht der Gewohnheit
Das Heimtückische daran: Bei schleichendem Luftverlust gewöhnt man sich an die langsame Veränderung des Fahrverhaltens, ohne es zu merken – und wird dann wohlmöglich erst in einer Extremsituation auf den Boden der Realität geholt. Radfahrer sollten sich also an den Gedanken gewöhnen, einmal im Monat den Luftdruck ihrer Pneus zu kontrollieren. Aber Vorsicht: „Die weit verbreitete Überprüfung per Daumendruck ist nicht sehr zuverlässig, da sich ab circa 2 bar alle Reifen relativ stramm anfühlen“, warnt Schwalbe-Produktmanager Carsten Zahn. Außerdem ließen sich Reifen mit Pannenschutz wie der Marathon Plus nicht auf diese Weise prüfen, erklärt der Experte.

Besser sei ein Manometer: Für 12,90 Euro bietet Schwalbe einen digitalen Druckmesser namens „AirMax pro“, der auf französische, Auto- und Schwalbe-Blitzventile passt und den Druck in bar oder p.s.i. anzeigt. Den maximal zulässigen Druck kann man an der Seitenwand des Reifens ablesen.

Natürlich kommen nicht alle Reifen mit dem gleichen Luftdruck aus. Der Druck steigt mit abnehmender Reifenbreite – ein 23 Millimeter breiter Rennreifen wie der Schwalbe Stelvio benötigt mindestens 7 bar, während der 50er „Big Apple“ mit 2 bar gefahren werden kann. „Der Reifendruck sollte sich am Komfort- und Tempowunsch des Fahrers sowie an seinem Gewicht, beziehungsweise der Beladung des Rades orientieren. Die Angaben auf der Reifen geben den dabei zulässigen Einstellungsbereich an“, fasst Zahn zusammen.

Das gilt auch für Kinderanhänger: „Die Reifen von Kinderanhängern kann man wegen der eher niedrigen Last durchaus etwas weniger stark (ca. 1,5 bar) aufpumpen; das verbessert, gerade bei ungefederten Modellen, für die kleinen Insassen den Komfort und verhindert, dass der Trailer über Bodenwellen springt“, erklärt Andreas Gehlen vom Spezialisten für Familienmobilität Zwei plus zwei (www.zweipluszwei.com).

Das gilt übrigens auch für Kinderräder, wie Guido Meitler von Puky (www.puky.de) ergänzt: „Insbesondere Kinderfahrzeuge mit sehr kleinen Laufrädern sollten nicht zu straff aufgepumpt sein, damit die kleinen Radler nicht zu stark durchgeschüttelt werden.“

Andere Gesetze gelten für voll gefederte Fahrräder. Hier ist allein die Federung für den Komfort verantwortlich: „die Reifen sollten mit dem angegebenen Höchstdruck gefahren werden, um den Rollwiderstand zu minimieren und maximalen Pannenschutz zu bieten“, rät Heiko Müller von der Radfirma riese und müller (www.r-m.de).

Im Gelände wiederum spielt die Traktion eine große Rolle, was für geringeren Druck spricht; dem entgegen steht jedoch die Gefahr von Durchschlägen. Besonders die Fahrer von Mountainbike-Hardtails (keine Hinterbau-Federung) sollten im Offroad-Einsatz auf großvolumige Reifen wie den 2,4 Zoll breiten „Racing Ralph“ vertrauen, die bei geringerem Druck gute Bodenhaftung bieten, ohne dass Geröllbrocken bis zur Felge durchschlagen und einen Defekt verursachen. Christian Malik von HaiBike (www.haibike.de) empfiehlt, auf den ersten Touren mit neuen Reifen eine Pumpe mit Manometer mitzunehmen und den Druck während der Fahrt zu variieren, „bis man den optimalen Mix aus Traktion, Leichtlauf und Pannenschutz gefunden hat.“

Übrigens: Viele Radhändler wie Johannes Küpper haben vor der Ladentür eine Standpumpe montiert, so kann der Kunde selbst den ausreichenden Reifendruck sicherstellen. Auch auf die Gefahr hin, einen Reifendefekt weniger reparieren zu dürfen, aber wenn’s der Kundenbindung dient ...
Quelle: pd-f.de

Tipps zum richtigen Flicken
Wer den Platten am Fahrrad selber flicken will, braucht Flickzeug, eine Pumpe, Reifenheber und Werkzeug, um das Laufrad aus Rahmen beziehungsweise Gabel demontieren zu können. Nützlich ist zudem die Bedienungsanleitung des Fahrrades.

Zuerst muss das Laufrad aus dem Rahmen oder der Gabel montiert werden. Wie das geht, erklärt die Bedienungsanleitung des Fahrradherstellers. Anschließend den Schlauch aus dem Reifen nehmen. Hat man den Schlauch einzeln in der Hand, pumpt man ihn auf. Nun lässt sich das Loch bereits "erhören" oder mit einem Lochschnüffler (ca. 5 Euro von TipTop, www.tiptop.de) einfach finden. Im Zweifelsfall hilft auch das Wasserbad: Kleine Luftbläschen entlarven das Loch!

Nun raut man einen ca. zwei bis drei cm großen Kreis rund ums Loch mit Schmirgelpapier an und streicht die Vulkanisierflüssigkeit dünn und gleichmäßig darauf. Während die Vulkanisierflüssigkeit ablüftet, kann man die Zeit nutzen und die Reifeninnenseite vorsichtig abtasten. Findet man Splitter, Scherben oder Nägel, so entfernt man sie mit einer Zange oder Pinzette.

Die Vulkanisierflüssigkeit ist verarbeitungsbereit, wenn ihre Oberfläche auf dem Schlauch matt schimmert und kaum mehr spiegelt. Nun nimmt man einen ausreichend großen Flicken. Er sollte zu jeder Seite mindestens 10 mm größer als das Loch sein. Entscheidend ist der Anpressdruck beim ersten Aufsetzen. Clever ist, wer den Schlauch vor dem Aufsetzen des Flickens auf einen Tisch oder Stuhl legt. So kann man mit vollem Körpergewicht aufdrücken. Dies sollte man ca. 20 Sekunden tun. Anschließend reibt man von innen nach außen den Flicken und löst dabei die dünne Klarsichtfolie ab. Danach kann man den Schlauch leicht aufpumpen und mit Lochschnüffler oder Ohr prüfen, ob er dicht ist.

Nun setzt man den Schlauch wieder in den Reifen ein. Dabei sollte man darauf achten, dass die Reifenheber den Schlauch nicht zwischen Reifen und Felge einklemmen. Bevor man den Reifen voll aufpumpt, sollte man das Ventil einmal
etwa 1 - 2 cm in den Reifenmantel hineindrücken. Das verhindert, dass ein Stück Schlauch in Ventilnähe unterm Reifen verklemmt.

Zum Schluss setzt man das Laufrad wieder in Rahmen oder Gabel ein und pumpt den Reifen auf Maximaldruck auf (ist auf der Flanke des Reifens vermerkt). Bevor die Tour weitergeht, empfiehlt es sich, die Funktion der Bremse zu prüfen. Auch ist es sinnvoll zu prüfen, ob die Achsmuttern/der Schnellspanner ausreichend fest sitzt.
Mit etwas Übung sitzt man kaum 15 Minuten nach dem Platten wieder mit "vollem Druck" im Sattel. Übrigens: Wer einen Ersatzschlauch im Gepäck hat, kann einfach den Schlauch wechseln und flickt zu Hause (im Trockenen und in Ruhe). Flickzeug gibt es als Sets für jeden Fahrradtyp. Sie kosten ab 1,95 Euro.
Quelle: www.pd-f.de

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